#68 – Der schlaue Fuchs

Plant man eine Podcastaufzeichnung mit jemandem, der sich den schlauen Fuchs zum Vorbild genommen hat, muss man damit rechnen, dass man auf einen wahren Meister der verbalen Pirouette trifft. Er weiß viel, sagt wenig direkt und schafft es dennoch, stets die Oberhand zu behalten. Während sein Gegenüber tapfer versucht, klare Antworten zu erhaschen, gleitet der Fuchs elegant aus jeder sprachlichen Falle – mal mit Charme, mal mit Logik, mal mit einem Satz, der so klug klingt, dass man erst später merkt, dass er eigentlich gar nichts Konkretes versprochen hat. Und das kann zäh werden…

Unsere heutige Episode entwickelt sich genau gegenteilig. Wir sprechen mit Dr. Michael Vorhof von der Fox Core GmbH aus Dresden über die von ihm und seinen Kollegen entwickelten Sandwichinserts. Der neuartige Ansatz besteht dabei in der Nutzung strukturaufgelöster Metallelemente, die einerseits in der Lage sind große lokale Lasten sicher in Sandwichelemente einzuleiten, gleichzeitig aber im Gegensatz zu konventionellen monolithischen Elementen erhebliche Masseeinsparungen ermöglichen. Daneben bieten diese Elemente noch weitere Vorteile, so dass wir jede Menge Neues erfahren. Und da wir wieder live aufzeichnen wird das Gespräch alles andere als zäh, wir haben sogar immer mal wieder den Faden suchen und finden müssen…

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#67 – Auf die Länge kommt es (nicht) an

Viel zu häufig wird ja das Gegenteil behauptet und selbst im emotionsfreien Faserverbundgeschäft trifft man oft auf die Behauptung, dass eine möglichst große mittlere Faserlänge in allen Bereichen nur vorteilhaft wäre. Mit einem kurzen Blick in die entsprechenden Gleichungen kann man aber schnell feststellen, dass das ein Trugschluß sein muss.

Umso besser also, dass sich unser heutiger Gast, Dr. Marcel Sittel-Faraj von der Carbon Fiber Conversions GmbH, auf die Herstellung von Faserhalbzeugen mit „akzeptablen“ Faserlängen spezialisiert hat. Er nutzt dabei ein von ihm entwickeltes Verfahren zum Recycling von verunreinigten Trockenfaserabfällen und bereitet diese in seinem Unternehmen zur Halbzeugen auf, die dann wiederum zu thermoplastischen Compounds weiterverarbeitet werden. Und weil nach der Spritzgußschnecke auch von der längsten Faser nur noch Bruchteile übrig sind, ist die Länge auch kein Thema mehr. Daneben haben wir natürlich noch etwas über das Saunieren als mögliches Meetingformat, die Herausforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und die Besonderheiten des Sondermaschinenbaus gesprochen.

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#66 – Back to the roots!

Diesmal geht es für Kai dahin, wo im Prinzip alles anfing – zur Mitras Composites Systems GmbH nach Radeburg. Unsere Gäste sind die stellvertretende Geschäftsführerin Julia Ott und der Leiter der Forschung und Entwicklung, Robert Walther. Da wir seit langem mal wieder eine Live-Aufzeichnung machen und deshalb in äußerst entspannter Atmosphäre zusammensaßen ist uns auch ganz durchgerutscht, dass am Anfang die Aufnahmeeinstellungen alles andere als optimal waren.

Das hat am Ende doch die KI ganz erstaunlich gut korrigiert, sodass wir eine schöne Episode geschaffen haben, in der wir natürlich nicht umhinkamen des Thema SMC anzusprechen. Als viel, viel spannender als dieser Wiedergänger unter den Themen war für uns aber die Diskussion über die Hunde im Unternehmen und deren Auswirkungen auf Arbeitsklima und Produktivität. Daneben haben wir dann auch noch das eigene Produkt der Mitras intensiv besprochen – die Green Guard Fahrradgarage. Und wenn man diese mit der optionalen Dachbegrünung nutzt, dann muss man auch immer mal wieder – back to the roots.

Die in der Episode angesprochene Hörerumfrage findet ihr hier: Hörerumfrage 2026

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#65 – Es fehlt nur ein ‚t‘

Vielleicht hätten wir eine sehr ausführliche Einleitung schreiben können, denn unseren heutigen Gast und den Leipziger Chemiker Wilhelm Ostwald unterscheidet, wie erwähnt, nur eine einzelnes ‚t‘. Der Chemiker Ostwald war der Erstübersetzer der Arbeiten von Nicolas Carnot ins Deutsche. Er erkannte auch als einer der ersten die Bedeutung der Carnot’schen Arbeit als Grundlage für den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik und die außerordentliche Bedeutung der Arbeit des schon mit 36 Jahren verstorbenen Franzosen für die Entwicklung der Verbrennungs-kraftmaschine.

Und so ist es doch mehr als nur ein fehlender Buchstabe, der Sascha Oswald von der LAMILUX Composites GmbH mit Carnot verbindet, hat er doch während seines Berufseinstiegs als Motorenentwickler bei einem Tuner den Carnot’schen Kreisprozess in allen seinen Ecken detailliert erkundet und auf maximale Leistung optimiert.

Die exothermen Vorgänge haben ihn offensichtlich nicht ganz losgelassen, denn in seiner heutigen Position als Head of Business Development bei Lamilux muss er sich unter anderem auch damit beschäftigen, wie man den Härtevorgang von Polyestersystem so optimiert, dass Qualität, Eigenschaften und Wirtschaftlichkeit in einem hart umkämpften Markt immer gegeben sind. Damit finden wir dann doch wieder zu den Faserverbunden zurück und lernen viel über eine oft übersehene Massenanwendung im Caravan und Fahrzeugbereich.

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#64 – Maggies Rache

Immer am Sonntagmorgen begehen viele von uns massive Rechtsbrüche! Wer schwungvoll das geliebte Marmeladenglas auf den Frühstückstisch stellt verstößt wahrscheinlich gegen die EU-Richtlinie 2001/113/EG. Dort ist nämlich eindeutig geregelt, dass der Begriff Marmelade nur für Fruchtaufstriche aus Zitrusfrüchten verwendet werden darf. Das war eines der Dinge, auf das die Briten beim EU-Beitritt 1973 bestanden haben. Da man auf der Insel inzwischen der Meinung ist, dass Europa auch gut ohne sie klarkommt, hat der Europäische Rat und das Europäische Parlament am 31. Januar 2024 beschlossen, die bestehenden Vermarktungsnormen für Honig, Fruchtsäfte, Konfitüre und Milch zu überprüfen. „Die Mitgliedstaaten dürfen den Begriff „Marmelade“ als Synonym für „Konfitüre“ zulassen, um so dem örtlichen Sprachgebrauch gerecht zu werden.“. Ob und wie das deutsche Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft dieser Möglichkeit folgen wird, ist noch offen. Wenn es dann soweit ist, wird in einer mitteldeutschen Stadt bestimmt groß gefeiert – Zörbig.

Ob unser heutiger Gast Michael Mangold, Bezirksleiter Ostdeutschland bei BÜFA Composite Systems GmbH & Co. KG, beim Frühstück eher die süße oder die herzhafte Variante bevorzugt, haben wir leider nicht gefragt. Aber wir haben viel über seinen Werdegang erfahren, der ihn von der Ausbildung und Zertifizierung von Fachkräften über die industrielle Verarbeitung von GFK bis zur Kundenberatung bei BÜFA gebracht hat. Und so streifen wir sowohl den zertifizierten Klebeprozess für Schienenfahrzeuge aber auch die Dichtungstechnologie von Öltankschwimmdächern, den Vorteil kleiner Fachveranstaltungen und diskutieren, warum gefühlt im Ausland die Offenheit gegenüber Faserverbund größer als in Deutschland ist.

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#63 – Zum Anfang reicht die halbe Stange.

Spätestens mit diesem Satz war klar, dass wir in unserer aktuellen Episode ziemlich weit vom Leichtbau abgekommen sind. Anders als der Titel vermuten lässt, sind wir aber nicht in den schmuddeligen Ecken des Internets oder in einem Baguette-Backkurs angekommen. Wir beschäftigen uns vielmehr mit der Schwert- und Kampfkunst des ausgehenden 16. Jahrhunderts und lernen dabei viel über die zeithistorischen Umstände, die Psychologie des Fechtens, was das alles auch mit unserer heutigen Realität im Wirtschaftsleben zu tun hat und warum die StarWars-Prequels wenigstens dem Fechtsport etwas Gutes getan haben.


Dabei war der Einstieg in die Episode gar nicht hakelig, vielmehr flauschig. 😉 Unser heutiger Gast, Dr. Christoph Karpe, Entwicklungsleiter und Qualitätsmanager der Rudolf Wulfmeyer Aircraft Interior GmbH & Co. KG, erklärt wie das Unternehmen von den klassischen Haken- und Flausch-Bändern – aka Klettverschlüsse – hin zu hochbrandgeschützten Spezialklebstoffen für die Luft- und Raumfahrtindustrie gekommen ist. Daneben streifen wir sehr ausführlich Christophs Tätigkeiten in diversen beratenden Ausschüssen des VDI und der FAA. Dabei geht es zwar oft „nur“ um Brandschutz, aber Schwertkämpfe nach historischem Vorbild kommen in Passagierflugzeugen nun mal zum Glück noch seltener vor als Brände.

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#62 – The Shoop Shoop Song

Klar, viele von uns kennen diesen lästigen Ohrwurm. Vor allem in der Version, die Cher 1990 für den Soundtrack zum Film „Meerjungfrauen küssen besser“ aufgenommen hat. Das Original ist jedoch viel älter und wurde seit 1963 in zahlreichen Versionen mit wiederkehrendem Charterfolg veröffentlicht. Damit teilt sich dieses Lied faktisch die Entstehung und Historie mit dem Testen der intralaminaren Schubeigenschaften von Faserverbundwerkstoffen. Das diese für die Auslegung und Berechnung von Leichtbaustrukturen wichtig sind hat auch hier dazu geführt, dass zahlreiche Versionen des Schubversuches in unterschiedlichsten Versionen und Arrangements existieren. Iosipescu, V-Notch oder Schubrahmen sind nur einige davon …

Jemand der vielleicht von Cher, auf jeden Fall aber vom Schubversuch so begeistert ist, dass eine erfolgreiche Selbstständigkeit darauf aufgebaut hat ist unser heutiger Gast Dr. Fabian Grasse, Gründer und Geschäftsführer der Grasse Zur Ingenieurgesellschaft GmbH aus Berlin. Über die Zeit ist aus einer recht spontanen Ausgründung ein erfolgreicher Partner für das Testen von Faserverbundwerkstoffen geworden. Daher entspannt sich ein erquickliches Gespräch über Testing, die Probleme und Herausforderungen des Standorts Berlin bis hin zur Bedeutung von Kundenterminen. Und am Ende sind wir uns einig – it’s in his kiss 🙂

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#61 – Vorfruchtwert

Das ist auch so ein Fachbegriff, von dem man als Leichtbauer nicht gedacht hat, dass man sich damit beschäftigen muss. Der Vorfruchtwert beschreibt für den Landwirt welchen Mehr- oder Minderertrag er erwarten kann, wenn er eine Pflanze als Vorfrucht auf einem Feld einsetzt. Der sehr hohe Vorfruchtwert von Nutzhanf führt im nächsten Anbauzyklus zu Ertragssteigerungen von bis zu 20% und ist eventuell auch ein Grund, warum hier Landwirtschaft und Leichtbau sehr gut miteinander zusammenarbeiten können.

Mit einem Faible für beides, die Landwirtschaft und den Leichtbau, ist unser heutiger Gast Kay Koelzig von der FUSE GmbH aus der Nähe von Leipzig absolut prädestiniert uns über die ideale Verschmelzung dieser Industrien aufzuschlauen. Und so lernen wir in einem leider viel zu kurzen Gespräch viel über Ackerbau, den Unterschied zwischen Textil- und Verstärkungsfaser, die nahezu vollständige Nutzung aller Pflanzenteile aber auch die Hindernisse und Herausforderungen eines Startups. Daneben hat es Kay geschafft mit einigen gängigen Vorurteilen über die Naturfaser aufzuräumen und – zumindest bei uns – echte Begeisterung für die Hanffaser als Alternative zum klassischen Glas (und Gras 😉 ) auszulösen.

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#60 – Not so hasty!

Schon im Roten Buch der Westmark berichteten die Autoren Beutlin, Beutlin und Gamdschie über die bemerkenswerten Eigenschaften von Holz. „Ihre Schläge können Eisen wie Blech zerkleinern und festen Fels wie Brotkrusten zerreißen.“ hieß es über die Ents, die Urahnen unserer heutigen Bäume – also wenn man J.R.R. Tolkien Glauben schenken darf.

Auf keinen Fall so alt wie die Ents ist unsere heutiger Gästin, über Holz weiß sie aber ähnlich viel wie Merry und Pippin über Treebeard und das Entmoot. Und deshalb sprechen wir in dieser Episode mit Carolin Siegel von der Professur für Holztechnik und Faserwerkstoff­technik an der TU Dresden über Holz als Leichtbauwerkstoff, seinen industriellen Einsatz in Leichtbaustrukturen und natürlich über die offensichtliche Frage zur Nachhaltigkeit. Und da Holz ein Werkstoff ist, zu dem eigentlich jeder eine Meinung hat – der eine ausm Garten, der andere vom Rodeln – entspinnt sich ein anregendes Gespräch das zwischen Yachtbau, Terassendiehlen und Auslegungskriterien hin- und hermäandert wie der Oberlauf des Anduin.

Daneben testen wir weiter unser neues Equipment, was mal besser und mal schlechter klappt. Das wird schon…

#59 – Omas Apfelkuchen

Viele werden es kennen, Oma bäckt einfach den besten Apfelkuchen. Wenn man aber nach dem Rezept fragt, bekommt man als Antwort immer ein „Ach Kindchen, misch die Zutaten einfach zusammen und backe dann halt wie immer.“ Und wer hat nach dieser Anleitung schon mal einen genauso leckeren Apfelkuchen hinbekommen?

Wie man im industriellen Maßstab erfolgreich komplexe Mischungen chemischer Stoffe herstellt, die in einer – dem Backen doch vergleichbaren – chemischen Reaktion zu anspruchsvollen Faserverbundbauteilen verarbeitet werden, das besprechen wir in dieser Episode mit Nicole Stöß, Geschäftsführerin der Polynt Composites Germany GmbH. Dabei wird aber schnell deutlich, dass die Analogien zum Backen doch nur aus der Ferne zu sehen sind, im Detail sind Sheet Moulding Compounds (SMC) dann doch ein extrem komplexer Faserverbundwerkstoff. Deshalb – und weil Kai natürlich auch mit erheblichen Erfahrungen in dem Bereich glänzen kann – ergibt sich ein ausgesprochen lebhaftes Gespräch, in dem wir sogar einen kleinen Ausflug zur Generation Alpha machen.

Am Ende bleibt aber festzuhalten: Omas Apfelkuchen ist einfach der Leckerste!